Wallfahrten

Nachtreffen der Wallfahrergruppe:

Dienstag, 6. Februar 2018, um 19.30 Uhr im Pfarrheim Illingen, Untergeschoss


Auf den Spuren des heiligen Franziskus

Geistliche Tage in Umbrien und Florenz

 

Am 17. September begaben sich 22 Männer und Frauen aus unserer Pfarreiengemeinschaft unter der Leitung von Pastor Bell und Pastoralreferentin Dr. Labouvie per Bus und Flugzeug auf eine elftägige Pilgerreise nach Assisi und Florenz.

Das Kloster Santa Croce in Assisi, das von bayerischen Klarissen geführt wird, war während der ersten sieben Tage die freundliche und angenehme Unterkunft für die Gruppe. Nach den allmorgendlichen Meditationen und dem Frühstück im Kloster begannen die Erkundungen. Sie führten zunächst auf die hoch über Assisi gelegene alte Burganlage Rocca Maggiore, die einen atemberaubenden Blick auf die mittelalterliche Stadt unddas weitläufige Spoletotal bietet. Die Zeit in Assisi war ganz der Spurensuche des Hl. Franziskus gewidmet, der hier nicht nur geboren wurde und gewirkt hat, sondern schließlich auch seine letzte Ruhestätte fand. Die eindrucksvollen Kirchen Santa Maria degli Angeli, das Kloster San Damiano, die Carceri am Fuße des Monte Subasio und die Basilika San Francesco sind heute noch imposante steinerne Zeugen für das geistige Erbe des berühmten Sohnes der Stadt.

Dass dieser sich nicht nur in Assisi aufgehalten hat, sondern selbst keine noch so weiten und anstrengenden Wege scheute, konnte die Pilgergruppe auf ihren Ausflügen in die nähere Umgebung bestaunen. Die umbrischen Städte Perugia und Spoleto sowie die Einsiedelei in Greccio, wo der Hl. Franziskus zu seinen Lebzeiten erstmals ein Krippenspiel aufführen ließ, ziehen auch heute noch jeden Besucher in ihren Bann.

Wer nach Assisi kommt, der darf natürlich nicht die Hl. Klara vergessen, die sich als junge Frau zunächst Franziskus und seinen Brüdern anschloss, später aber einen eigenen Orden, die sogenannten Klarissen, gründete. Und so gehörte der Besuch der Kirche Santa Chiara mit dem Grab der Hl. Klara ebenfalls zum Programm. Nach so vielen Eindrücken waren die Teilnehmer immer wieder froh und dankbar, abends in ihre ruhige klösterliche Unterkunft zurückkehren zu dürfen. Die tägliche Abendmesse in der Klosterkapelle bot dabei die geistliche Nahrung, die Schwestern hingegen sorgten liebevoll für das leibliche Wohl.

Nach einer Woche Aufenthalt in Assisi wurde das zweite große Ziel der Reise angesteuert: Florenz, die Stadt der Medici und zugleich Hauptstadt der Toskana. Auf dem Weg dorthin wurde noch auf dem Berg La Verna Halt gemacht, einem einsamen Ort im Apennin-Gebirge, wo der Hl. Franziskus einst die Wundmale Christi empfing. Es war erstaunlich, wie viele junge Familien an einem frühen Sonntagmorgen diese so entlegene und geradezu karge Stätte aufgesucht haben. Das Glaubenszeugnis, das Schwester Angela, eine aus Deutschland stammende Franziskanerin, während ihrer Führung gab, wird allen ebenso in nachdrücklicher Erinnerung bleiben. Am Nachmittag wurde schließlich die letzte Etappe der Wallfahrt erreicht.

In der Casa Nome di Gesu, am Ufer des Arno im Zentrum von Florenz gelegen, fanden die Illinger Reisenden erneut eine angenehme Unterkunft. Während des insgesamt dreitägigen Aufenthalts konnten die großen Zeugnisse der italienischen Renaissance bewundert werden: der Dom mit seiner gewaltigen Kuppel von Brunelleschi, das achteckige Baptisterium, die Uffizien mit den Werken großer Meister wie Michelangelo und Botticelli und nicht zuletzt die Galleria dell’ Accademia mit dem berühmten David. In der Kirche Santa Croce waren erneut die Spuren des Hl. Franziskus zu sehen, dessen Leben dort der Maler Giotto in kunstvollen Fresken festgehalten hat. Überdies boten die zahlreichen Plätze, Straßen und Gassen der Stadt viele unvergessliche Eindrücke, die in den wenigen Tagen kaum verarbeitet werden konnten.

Am 27. September stand schließlich die Rückreise an. Nur etwas mehr als eine Stunde dauerte der Flug von Florenz nach Frankfurt, wo schon der Bus wartete, um am Ende alle wohlbehalten nach Hause zu bringen. Die Reiseteilnehmer blickten dankbar zurück auf, in jeder Weise, bewegende Tage, in denen sie nicht nur viel gelaufen sind und noch viel mehr gesehen haben, sondern in denen ihnen auch alte Glaubensinhalte neu erschlossen wurden – Einsichten, die ihr religiöses Verständnis vertieft haben, die sie mit ihren Alltag nehmen und von denen sie noch lange zehren werden.